Bilder vom Antennenworkshop

Der Workshop am Sonntag war sehr erfolgreich. Wir haben zunächst Draht für ein paar „normale“ BiQuad-Antennen gebogen. Schnell haben die Teilnehmer gemerkt, wie mühsam und fehleranfällig das Quad-Biegen ist: Man muss einen relativ dicken Kupferdraht auf den Millimeter genau zurechtbiegen, das ist nicht jedermanns Sache.

20090503_220802-foto1567

Zum Glück haben wir uns für den Workshop etwas besonderes einfallen lassen: wir wollten dieses Mal die Quads aus einer Kupferplatine ätzen. Das Ätzen des Quads hat ein paar Vorteile:

  • die Genauigkeit ist extrem hoch, der geätzte Quad ist auf den 10tel Millimeter genau
  • der Quad liegt plan auf dem Abstandshalter. BiQuads aus Draht liegen nie plan auf und sind deswegen meist nie 100% parallel zum Reflektor
  • die Herstellung geht wesentlich schneller, wenn man eine kleine Serie von BiQuads anfertigen will

Clemens war so nett uns mit Chemikalien und dem notwendigen Know-How zu versorgen. Nach kurzer Vorbereitungszeit konnte es auch gleich losgehen.

Für das Ätzen einer Antenne benötigt man als Erstes eine Belichtungsvorlage, die das gewünschte Layout darstellt. Ich habe die Vorlage in Photoshop erstellt und dann auf Folie ausgedruckt. Das Ergebnis sieht so aus:

Belichtungsvorlage

Die Folie wird nun auf die mit einer Photoschicht versehene Kupferplatte gelegt. Eine Glasplatte fixiert die Folie und dann kann mit einer UV-Lampe die Platine belichtet werden. Das dauert ca. 10 Minuten. Danach zeichnet sich schon deutlich ab, an welchen Stellen die Platine belichtet wurde:

20090503_215434-foto1566

Die belichtete Platine kommt nun erst in den Entwickler und dann ins Säurebad. Nach ein paar Minuten sieht man, wie sich das Kupfer unter der durch Belichtung entfernten Photoschicht ablöst:

20090503_214443-foto1565

Dann gilt es nur noch, den Quad auszusägen. Wir haben Füllflächen aus Kupfer auf der Platine belassen, damit das Säurebad nicht so schnell gesättigt wird. Diese werden nun mit der Säge entfernt und gleichzeitig wird der Quad „in Form“ gesägt:
20090503_223646-foto1569

Fertig ist der Quad:

20090503_205850-foto1563

Der Rest ist dann für uns schon Routine: aufkleben des Abstandshalters, anlöten des Antennenkabels und befestigen des Quads auf dem Abstandshalter.

Das Ergebnis des Abends kann sich durchaus sehen lassen, 6 Antennen sind fertig geworden, davon zwei mit geätzten Quads. 6 Quads haben wir noch „auf Halde“ und werden sie demnächst zu fertigen Antennen montieren.

20090503_225922-foto1570

Ob die geätzten Antennen besser als die Draht-Quads sind, müssen wir in einer Testmessung nochmal überrpüfen. Das machen wir, sobald das Wetter wieder dachfreundlicher ist 😉

9 Antworten auf “Bilder vom Antennenworkshop

  1. schwalbenliebe

    aloha. hab ich ja wieder was verpasst. saugeil die optik der „neuen“. ich bin gespannt ob diese wirklich genauer sind. gute arbeit. ich such ma meinen lötkolben… *clapclap*

  2. Axel

    Am besten und genauesten zeichnen kann man mit einem CAD-Programm (für den Hausgebrauch „AutoSketch“) und die Zeichnung dann als *.pdf ausdrucken. Feinste Details sind so gut ausführbar.

  3. Automat

    Hi Guy´s,

    ich wollte mal fragen ob jmd hier vllt weiß wo ich in Potsdam Kupferfolie bekomme?

    Bin gerad dabei mir eine Helical Antenne zu bauen aber z.z scheitert das noch an ein paar materialien die ich unbedingt brauche…

    Hat jmd von euch vllt schon erfahrung mit einer Helical Antenne gemacht? Wenn ich das richtig mitbekommen habe dann hat die Helical Antenne den größten Signalgewinn im Vergleich zu den anderen Modellen, abgesehen von einer Biquad/Satschüssel Kombo…

    Wäre für jede hilfe dankbar….

    Mfg Automat

  4. Thomas Mellenthin

    Bei Helical Antennen erscheint es mir erstmal recht schwierig die notwendige Genauigkeit zu erreichen. Unserer Erfahrung nach hängt der Signalgewinn stark von der Genauigkeit ab. Sprich eine gute Doppelbiquad kann mehr bringen als eine mittelmäßige Helicial.
    Eine Bezugsquelle für Kupferfolie kenne ich nicht. Vielleicht im Baumarkt?

  5. Dave-Kay

    Hallo,

    wir versuchen gerade in Düsseldorf auch den Freifunk an den Start zu bringen. Aus der Reihe der Piraten heraus.
    Wir stellen uns gerade die Frage, nach den richtigen Antennen für die passende Begebenheit und sind sehr neugierig, welches Ergebnis die gätzten Antennen erbringen, da es uns Arbeit spraren würde, sie zu ätzen.
    Habt ihr da schon mal genauer hingeguckt? Lohnt sich der vorbereitende Aufwand?

    Gruß
    Kai

  6. Thomas Mellenthin

    Kommt drauf an, wie viele Antennen Ihr bauen wollt 😉 Bei Antennen kommt es einfach auf die Genauigkeit an. Nach unserer Erfahrung bekommt man mit einer geätzten Antenne langen Strecken erheblich bessere Übertragungsraten hin, als mit einer gebogenen.

    Klar funktioniert eine gebogene Antenne erstmal und wir haben davon auch viele im Einsatz, aber seit wir das Ätzen probiert haben, wollen wir eigentlich nur noch diese Antennen verbauen.

    Neben der Form des Quads ist auch wichtig, dass er möglichst parallel zum Reflektor ist. Das haben wir mit gebogenen Antennen nie so genau hinbekommen. Die neuen Abstandshalter haben wir auf einer Drehbank herstellen lassen. Wenn man jetzt einen geätzten Quad verbaut, liegt der dank der Leiterplatte 100% plan auf und bleibt parallel zum Reflektor.

    Wenn Ihr ernsthaft ein Netz aufbauen wollt, überlegt Euch, ob 2.4 GHz eine gute Wahl ist. Es gibt unheimlich viele Störquellen. Neben den üblichen 25 WLANs der Nachbarschaft sind das diverse auf 2.4GHz funkende Geräte (Mikrowellen, Videoübertragung, ect). Wir haben hier eine Strecke (150m) über die nicht mal ein Ping geht, trotz Sichtverbindung. Das frustriert schon ziemlich…

    Für 5GHz bieten sich die „UBIQUITI Nanostation 5″ oder „The Bullet 5″ an. allerdings läuft auf diesen Geräten nur die „neue“ Freifunk-Firmware (Luci). Die „klassische“ Firmware von Sven-Ola bevorzugen wir derzeit, weil dort OLSR-DHCP zuverlässig mit unserer Netzmaske funktioniert (da gibt’s noch einen Bug in Luci).

    Für diese Frequenzen gibt es kaum Bauanleitungen im Netz. Ich hatte schon mal einen Quad berechnet, allerdings haben wir den mangels Zeit noch nicht geätzt. Ich denke bei diesen Maßen muss man ätzen, weil der Biegeradius vom Draht dort schon mit reinspielt.

    Lass uns wissen, wie Eure Erfahrungen mit den Antennen sind und frag, falls Du noch Fragen hast 🙂

  7. Peter

    Hallo,

    das ist wirklich eine prima Idee!

    Habt ihr mal mit verschiedenen Breiten der Leiter experimentiert?

    Und hattet ihr schon Gelegeheit die 5GHz version zu testen?

    -Peter